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Auf Langzeitreise… (#032)

15. Januar 2023

– Was es bedeutet „unterwegs“ zu sein –

Seit April 2022 sind wir nun unterwegs auf unserer Reise…unterwegs auf dem amerikanischen Kontinent (s. dazu unsere Route). Im neuerlichen Fachjargon fallen wir dadurch unter die Kategorie “Langzeitreisende”. 

Doch was bedeutet es ein Langzeitreisender zu sein? 

Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen „im Urlaub“ oder „auf Reisen“ zu sein? 

Seit nun mehr neun Monaten haben Peter und ich weder Job noch Wohnung in Deutschland…beides gravierende Unterschiede zu vorher als wir „nur“ 30 Tage Jahresurlaub hatten. Wir leben von Erspartem und unser neues Zuhause ist ein Mercedes Sprinter, genannt „Sprinti“, mit seinen sage und schreibe 9 qm Wohn- und Stauraum. (Näheres zu Sprinti und unserem Ausbau findest Du unter „Unser Fahrzeug“.)

Unsere Wohnanschrift lautet nun quasi “unterwegs”, was es übrigens schon kompliziert macht so einfache Dinge wie Briefe zu empfangen oder gar eine Bestellung aus dem Internet zu erhalten. Bei ersterem ist meine Schwiegermutter so lieb und übermittelt uns digital unseren Schriftverkehr (lieben Dank an Margret!). Bei letzterem bedeutet das allerdings, dass wir am jeweiligen Aufenthaltsort eine sichere Anlaufstelle benötigen, zu der wir ein Paket hier im Ausland schicken lassen können. Das heißt für uns auch, dass wir zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein müssen und somit ist es in den neun Monaten auf Reisen letztendlich erst dreimal dazugekommen, dass wir eine Internetbestellung erhalten konnten. Aber da gibt es Schlimmeres!

Bevor unsere große Reise losgehen konnte, musste zu Hause allerdings noch so einiges erledigt werden. Bereits für den Ausbau des Sprinters hatten wir eine umfassende ToDo-Liste erstellt, die in Größe eines Flipcharts in unserer Wohnung prangte, aufgeteilt in die Rubriken: Erledigt, Aktuell, Bald und Später. Anmerkung von Peter: „Hierbei handelt es sich übrigens um eine vereinfachte Form eines Kanban-Systems„. Anmerkung von mir: „Da kommt bei ihm doch glatt der Logistik-Ingenieur durch!“ Nachdem die Liste für den Sprinter-Ausbau nun abgearbeitet war, wurden die gleichen Rubriken jetzt für die Organisation der Reise genutzt…und da gab es so einiges, was es zu erledigen galt.

In Deutschland mussten wir uns vor unserer Abreise beim Einwohnermeldeamt abmelden, besitzen aber dennoch unseren deutschen Personalausweis und natürlich auch unsere Staatsbürgerschaft. Wir ließen unsere in die Jahre gekommenen Reisepässe erneuern und uns jeweils internationale Führerscheine ausstellen. Auch weitere bürokratische Dinge galt es vor unserer Abreise noch zu regeln…so mussten gewisse Formulare bei der Arbeitsagentur ausgefüllt werden, um eventuelle spätere Ansprüche nicht zu verlieren, ebenso sind wir nun Selbstzahler bei der gesetzlichen Rentenversicherung. Unsere Krankenversicherung in Deutschland gilt ebenfalls nicht für so eine lange Reise und so musste diese nach dem Ausscheiden aus dem Job erst umgestellt und dann gekündigt werden. Dafür war es wichtig zu beachten, welche Voraussetzungen wir erfüllen müssen, um nach unserer Rückkehr dort wieder aufgenommen werden zu können. So waren wir doch zuletzt beide freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Da es aber auch auf Reisen natürlich nicht ohne eine Absicherung im Krankheitsfall geht, musste dann also auch eine adäquate Auslandsreisekrankenversicherung her…und zwar eine mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis und idealerweise auch mit einer kurzfristigen Absicherung in Deutschland, falls man mal auf Heimaturlaub ist. Hierbei haben wir uns letztendlich für die „Young Travellers“-Versicherung der Ergo entschieden.

Nachdem das alles geregelt war, ging es weiter mit den übrigen Versicherungen und so wurde die Hausrat gekündigt und diverse andere wurden dementsprechend angepasst. Auch bei der GEZ galt es sich “als ins Ausland verzogen” abzumelden und Internet- und Handyverträge mussten ebenfalls gekündigt und angeglichen werden. Nächster Punkt auf der ToDo-Liste: Unsere Bankkonten…denn ohne internationalen Zahlungsverkehr kommen wir ja nicht weit und uns war es wichtig, die Kosten dafür möglichst gering zu halten. Also passten wir auch hier unsere Konten und Kreditkarten an. 

Was es natürlich auch noch abzuklären galt war, ob man Peter und mich in Amerika überhaupt haben wollte…wir brauchten also ein Visum. Zu allererst für Kanada, alle weiteren Länder folgen zu gegebenem Zeitpunkt. Für Kanada benötigten wir die App „ArriveCAN“ und die elektronische Reisegenehmigung “eTA”, welche wir schnell und unkompliziert über das Internet erhalten haben. Generell gibt es bei manchen Ländern noch formelle Unterschiede, ob man über See, Land oder Luft einreist. Wir können uns als Deutsche wirklich glücklich schätzen mit unserem Pass in so vielen Ländern ohne weiteres willkommen zu sein…das vereinfacht vieles. So liegen wir lt. dem „Henley Passport Index“, welche eine globale Platzierung von Staaten und Territorien bezogen auf die Reisefreiheit abbildet, weltweit auf Platz drei.

Nachdem für uns alles geregelt war, ging es dann darum, alles was mit Sprinti zu tun hat, zu organisieren…Planung und Buchung der Verschiffung Sprintis von Hamburg nach Halifax (Kanada) sowie Transport zum Ablegehafen (wir haben Sprinti mit der Firma „SeaBridge“ verschifft), dazu noch die Ausstellung eines internationalen Fahrzeugscheins (den kannten die übrigens noch nicht mal beim Straßenverkehrsamt) sowie auch die Anpassung der deutschen KFZ-Versicherung und den damit verbundenen Steuern. Dies ist wichtig, damit Sprinti in Deutschland angemeldet bleiben kann. Ist er das nämlich nicht, bedeutet das, dass er bei einer Rückverschiffung nach Deutschland als Einfuhr eines neuen Fahrzeugs gilt, was wiederum bedeutet, dass beim Zoll eine 19 prozentige Einfuhrsteuer fällig wird. Da auch unsere bisherige KFZ-Versicherung nur in Europa galt, musste ebenfalls eine neue KFZ-Versicherung her…und zwar für jedes Land, das wir bereisen werden, eine einzelne…damit liegen wir bei rund 16 Stück! Am teuersten fällt dabei die für Kanada und die USA aus und begrenzte dadurch unsere Aufenthaltsdauer in beiden Ländern dort insgesamt auf 6 Monate. 

Zusätzlich galt es in den letzten Wochen vor unserer Abreise noch unsere Jobs abzuwickeln, unseren Umzug zu organisieren und durchzuführen, unser Hab und Gut zum Teil zu verkaufen, zu verschenken oder bei unseren Eltern unterzustellen (vielen Dank übrigens noch einmal für diese Möglichkeit!). 

Dann war sie leer unsere Liste mit den ToDo’s und wir hatten tatsächlich alles erledigt.

Jetzt galt es “tschüss” zu sagen…tschüss zu den Eltern und Geschwistern, Patenkindern, Nichten und Neffen, Onkeln und Tanten, Cousinen und Cousins, engen Freundinnen und Freunden und uns wurde bewusst, von wie vielen tollen und liebevollen Menschen wir doch umgeben sind. Zum Glück war es kein wirkliches “tschüss”, sondern viel eher ein “auf Wiedersehen”! (An die Lieben zu Hause: Wir freuen uns schon wieder sooo auf Euch!)

Und so sind wir nun seit neun Monaten auf Reisen…weit weg von unserem Leben zu Hause. Jetzt bestehen unsere Tage hier daraus, sich täglich neuen Herausforderungen zu stellen…und diese Herausforderungen können hier schon sein: Wo fahren wir heute hin? Was gibt es zu entdecken oder zu besichtigen? Schaffen wir es bei der Entfernung der Strecke und bei den Straßenverhältnissen vor Einbruch der Dunkelheit anzukommen (im Dunkeln sollte man weder in Kanada noch in den USA oder Mexiko aus Sicherheitsgründen (Tiere auf der Straße/Wildwechsel, schlechte Straßenverhältnisse oder Überfallgefahr) nicht Auto fahren)? Wie ist die Sicherheitslage vor Ort und welche Gegenden meiden wir? Haben wir alle Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, falls wir von Polizei (die hier durchaus ihre ganz eigenen Machenschaften pflegt) oder von dem Militär angehalten werden? Haben wir ausreichend Bargeld dabei (besonders hier in Mexiko funktioniert vieles nur mit Bargeld)? Wie weit reicht unsere Tankfüllung und wo befindet sich die nächst größere Tankstelle, die vor allem auch sauberes Benzin hat? Zusätzlich gilt es sich darum zu kümmern, ob wir ausreichend Frisch-/Trinkwasser an Bord haben, da man das Leitungswasser hier (und zum Teil auch in den USA) nicht trinken kann. Ebenfalls ist ein voller Stromspeicher nicht selbstverständlich, allerdings kommen wir gerade in wärmeren Ländern mit unserem Solarpanel super zurecht. Fragen, die sich uns ebenfalls stellen: Sind unsere Trockentrenntoilette und unser Abwassertank im „grünen Bereich“? Ist unser Kühlschrank gefüllt und wenn nicht, wo gehen wir einkaufen? Einkäufe dauern in der Ferne übrigens mindestens doppelt so lange wir zu Hause, weil es immer wieder andere Geschäfte gibt, deren Sortiment sehr unterschiedlich angeordnet ist und sich inhaltlich auch komplett unterscheidet. Da sucht man sich manchmal schon einen Wolf…so stehen wir seit Anfang der Reise auf Kriegsfuß mit Tomatenmark…ganz abgesehen von den Produkten, die man von zu Hause kennt und die es hier einfach nicht gibt! Selbst bekannte Lebensmittel sind hier teilweise etwas anders, so verhält sich die mexikanische „Crema“ nicht so wie deutsche Sahne. Aber mit der Expertise meines Schwiegervaters (Dank an Theo!) wissen wir mittlerweile, wie auch das zu händeln ist. Da man auf Reisen lange nicht so viel Stauraum im Wagen besitzt, wie man es vielleicht zu Hause hat, ist es nicht möglich so viele Vorräte anzulegen, was bedeutet, dass wir wesentlich häufiger einkaufen müssen. Auch Baumärkte sind hier zum Teil ein Fall für sich. Ebenso gehört es auf langen Reisen mit vielen Kilometern dazu, dass mal das ein oder andere am Fahrzeug fällig wird, wie z.B. ein Service oder auch nur ein Ölwechsel. Das in einem fremden Land mit einem deutschen Fahrzeug (auch wenn es sich um ein international gängiges Fabrikat handelt) durchführen zu lassen, ist gar nicht immer so einfach und dadurch umso zeitaufwendiger.

Zu unseren täglichen Herausforderungen gehört es außerdem abzuklären, wo wir am Abend übernachten werden…sei es zentral in einer Stadt, in der Natur, am Strand oder auf einem Campingplatz. Aspekte sind hierbei: Darf man es? Kommen wir dorthin? Gibt es freie Plätze? Was kostet es? Ist es sicher? Da wir auch noch herausfinden müssen, wo wir die nächste Dusche bekommen und wo wir unsere Wäsche waschen können, bieten sich hin und wieder Campingplätze an (allerdings gibt es hier auch Plätze, die haben weder das eine noch das andere). Dann heißt es sich anderweitig weiterzuhelfen…

Und wenn man sich all das vergegenwärtigt, merkt man schnell, dass Reisen nicht gleich Urlaub bedeutet, nur weil man sich in der Ferne aufhält.

Wollen wir es dennoch missen? Auf gar keinen Fall!!! Wir sind froh und dankbar über diese Möglichkeit so eine Reise zu erleben. So lernen wir jeden Tag aufs Neue andere Menschen und Kulturen kennen, staunen jeden Tag mehr über die atemberaubende Natur mit tollen Landschaften und einer faszinierenden Tierwelt. Jeden Tag springen wir ins kalte Wasser und erleben neue Abenteuer. Beinahe täglich verlassen wir unsere Komfortzone und wagen uns raus in die Gegebenheiten der großen weiten Welt. Schon jetzt können wir sagen, dass wir definitiv um so viel reicher wiederkommen werden…reicher an Erfahrungen und unvergesslichen Erlebnissen. (Wenn Du mehr über diese Erlebnisse erfahren möchtest, findest Du Geschichten und Bilder auf diesem Blog unter „Reiseberichte“.)

Auch genießen wir unsere Auszeit von der Arbeitswelt gerade sehr und wissen es zu schätzen morgens nicht vom Wecker geweckt zu werden und jeden Tag frei und neu gestalten zu können. Nun haben wir die Möglichkeit auch vor Ort eine andere Sprache zu lernen und uns neuen Hobbies, die zuletzt viel zu kurz gekommen sind, zu widmen.

Konnten wir die ersten Monate noch gar nicht so wirklich loslassen und runterkommen, so gelingt es uns mittlerweile immer besser. Waren unsere Tage in Kanada und den USA mit einem straffen Programm recht durchgetaktet, können wir erst in Mexiko richtig durchatmen. Weil uns auch das besonders wichtig war, haben wir uns auf der Baja California die letzten Wochen mehr Zeit genommen und auch mal längere Stopps eingelegt. Wir haben bisher unwahrscheinlich viele andere Reisende getroffen (hier sind besonders viele Schweizer, Franzosen, Deutsche, US-Amerikaner und Kanadier unterwegs) und nehmen viel mit aus den Gesprächen und den unterschiedlichsten Lebensentwürfen. Einige Reisende treffen wir z.B. im Laufe der Tour zufällig immer wieder. So haben wir ein Pärchen (die „Chirpy Travellers“) in Kanadas Norden am recht einsamen Polarmeer und gestern wieder hier in Mexiko am Strand getroffen…ohne Absprache und rein zufällig. So ähneln, aber auch unterscheiden sich diverse Reiserouten und Pläne der vielen Reisenden.

Eins haben sie aber alle gemeinsam: Sie sind reisehungrig! 

Wenn sich die derzeitigen Unruhen in Culiacán, die dadurch entstanden sind, dass der involvierte Sohn des inhaftierten Drogenbosses “El Chapo” gefasst worden ist, gelegt haben, werden wir übersetzen auf das Festland Mexikos, wo weitere Abenteuer auf uns warten werden.

Bis dahin bleibt gesund und reiselustig!

Reiseberichte Kanada

Goodbye Canada (#018)

11. September 2022

– Unser Fazit –

Nach unseren Abenteuern in Alaska passieren wir die Grenze nach Kanada am Beaver Creek (das funktioniert auch wieder ganz reibungslos). Wir kehren noch einmal nach Whitehorse zurück (s. dazu Reisebericht „Auf geht’s Richtung Norden #013“), um dort zu zweit in meinen Geburtstag hineinzufeiern. Unsere Wäsche können wir dort waschen, unsere Tanks auffüllen bzw. ablassen und so geht es nach einigen Videoanrufen aus Deutschland weiter in Richtung Kanadas Süden…unser Ziel: die USA! Vor uns liegen knapp 2500 km bis zur nächsten Grenze und das heißt „fahren, fahren und nochmal fahren“! Wir benötigen dafür 2,5 Tage und sehen wieder Bären, Moose, Hirsche und traumhafte Landschaften. Was wir allerdings während dieser Zeit nicht haben, ist jeglicher Handyempfang. Und wer sich fragt, was wir nach so langen Fahrtagen abends noch so unternehmen (in diesem Fall um 22 Uhr), der schaue sich das letzte Foto an…schließlich geht es am nächsten Tag über die Grenze!

Und dann ist er gekommen, unser Abschied von Kanada! Nach 97 Tagen (plus weiteren 14 , die wir bereits ohne Sprinti in Halifax verbracht haben), 21.594 km, 7 Zeitzonen und 11 (von 13) Provinzen, vielen Malen 8 Grad und unzähligen Mücken ist es Zeit, „Goodbye“ zu sagen.

Kanada, dieses riesengroße Land mit seinen unfassbaren Weiten, einer abwechslungsreichen wie atemberaubenen Natur und einer so faszinierenden Tierwelt. Wir haben dieses Land von Küste (Atlantik) zu Küste (Pazifik) zu Küste (arktischer Ozean) oder wie man hier sagt: „from coast to coast to coast“ bereist. Wir sind Bisons, Bären, Elchen, Hirschen, Koyoten, Wölfen, Füchsen, Karibus, Rentieren, Moschusochsen, Dickhornschafen, Schneeziegen, Schlangen, Walen, Seehunden, Seelöwen, Weißkopfseeadlern, Kanada-Gänsen, Stachelschweinen, Murmeltieren, Streifenhörnchen und weiteren unzähligen Tieren wie z.B. Adlern, Bussarden und Habichten begegnet. Wir sind durch die Tundra, durch die Prärie, durch borealen Nadelwald, vorbei an Gletschern und Bergketten und durch endlose Wälder gefahren, haben dutzende Wasserfälle (wie z.B. auch die Niagarafälle) bestaunt und standen auf Berggipfeln und Permafrostboden. Wir sind vorbei an tausenden Seen, unzähligen Flüssen und drei Meeren. Wir waren in über 100 Städten und Orten und oft auf einem der längsten Highways der Welt unterwegs. Wir haben auch tausende Kilometer Schotterpisten und Straßenlöcher überstanden (danke Sprinti!), haben uns auch mal im Goldwaschen probiert und einige großartige Nationalparks bestaunt.

Kanada und seine Menschen haben uns den Start in unsere Reise so wunderbar einfach gemacht. Wir wurden mit offenen Armen empfangen und jeder hatte ein Lächeln für uns übrig. Wir haben die Kanadier als sehr offen, freundlich und hilfsbereit kennengelernt. Auch wenn in Kanada die Preise für Lebensmittel und Benzin ebenfalls stark angestiegen sind und viele sich in diesem Jahr keinen Urlaub leisten können, so hat niemand seine positive Einstellung verloren…“es ist dann halt so….im nächsten Jahr wird es schon wieder besser werden“! Der Kanadier ist ein pragmatischer Optimist, der lieber gibt als dass er nimmt…so war zumindest unser Eindruck. Auf einem Campingplatz z.B., bei dem man eine spezielle Münze brauchte, um die Duschen zu benutzen, fand ich eine dieser Münzen auf dem Münzeinwurfkasten in einer dieser besagten Duschen. Da ich mir bereits eine Münze besorgt hatte, hätte ich mit der zweiten doppelt so lange duschen können. Stattdessen habe ich mich daran erinnert, wie die Kanadier wohl damit umgehen würden und habe die gefundene Münze auf dem Einwurfkasten liegengelassen…es könnte schließlich jemand kommen, der keine hat und dem würde sie dann weiterhelfen. Genauso haben wir die Kanadier erlebt…immer hilfsbereit und herzlich im Miteinander. Wir können das Gerücht, dass Kanadier sich ständig und für alles entschuldigen, übrigens nur bestätigen. So haben wir im Straßenverkehr nicht einmal jemanden hupen oder sich streiten hören (was in Düsseldorf quasi an der Tagesordnung war). Auch wird wirklich jeder Fußgänger vorbeigelassen…selbst wenn man nur am Straßenrand steht und die Straße eigentlich gar nicht überqueren möchte, halten die Autos an…da ist man schon fast geneigt doch rüber zu gehen.

Die größten Hobbys der Kanadier sind Campen, Angeln und Jagen („huntin‘ and fishin'“ halt). Quasi neben jedem Wohnhaus steht ein Wohnwagen oder Wohnmobil, was teilweise der Größe des Hauses entspricht, gefühlt manchmal auch größer. Ein Boot ist auch oft zu finden…das macht das „fishin'“ ja auch einfacher. Wenn der Kanadier also quasi mit seinem „Haus“ auf Reisen geht, ist das oft schon ein lustiges Bild, denn, wenn es sich um ein Wohnmobil oder Bus handelt, wird der PKW einfach hinterhergezogen. Wir haben auch schon Varianten gesehen…Bus – Boot – Truck. Im Urlaub wird sich also wenig eingeschränkt, was man beim Camping ja schließlich vermuten könnte…selbst die Toiletten im Wagen sind richtige Spültoiletten wie zu Hause. Der Kanadier hat definitiv auch ein anderes Kälteempfinden als wir, d.h. ab 10 Grad Celsius ist es Zeit für kurze Hose und Flip Flops. Zudem liebt er es am Wochenende raus in die Natur zu fahren…ist ja schließlich auch reichlich davon da.

Viele Kanadier waren auch so interessiert an uns und unserer Reise, wenn sie das fremde Nummernschild gesehen oder unseren ausländischen Akzent gehört haben. Wir konnten spüren, wie sich selbst fremde Menschen für uns gefreut haben und mehr erfahren wollten über das, was wir vorhaben. Es gibt ja auch nichts leichteres als mit einem Kanadier ins Gespräch zu kommen…ein Blickkontakt und sie sprechen einen eh an :). So lernten wir z.B. auch Bobbie kennen, eine Frau Ende 50, die nach dem Tod ihres Mannes das Haus verkauft und sich eine kleine Wohnung und einen Bulli gekauft hat. Mit diesem Bulli fährt sie immer mal wieder durch British Columbia und hält einfach da an, wo es ihr gefällt. Sie stellt sich ans Meer und übernachtet einfach dort. Sie sprühte nur so vor Herzlichkeit und Lebensfreude. Einmal treffen wir auch Bo, ein Kerl Anfang 30, der vor einiger Zeit in seinen Camper gezogen ist, weil er beruflich immer wieder an anderen Orten eingesetzt wird und somit mit seinem „Zuhause“ und voller Enthusiasmus ganz Kanada bereist. Oder als wir am Polarmeer Inuits begegnet sind, die unter sehr einfachen Verhältnissen in dieser Natur leben, die absolut nichts verzeiht. Ich werde eine ältere Inuit-Dame nicht vergessen, die uns anstrahlt, als wir gerade mit unseren Füßen im arktischen Ozean stehen, und uns zuruft: „Welcome to our home!“

Natürlich beziehen sich unsere Schilderungen nur auf unseren eigenen, ganz persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen in den letzten vier Monaten, daher können wir auch nicht für die Allgemeinheit sprechen. Wir haben in dieser Zeit ein Land erlebt, in dem Menschen aus anderen Nationen willkommen sind. Ein Land, in dem Integration ein hohes Gut ist und man stolz auf das ist, was fremde Menschen in diesem Land beisteuern…gerade auch beruflich. Natürlich müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein, um hier leben zu dürfen und an Regeln muss sich für ein gutes Miteinander gehalten werden. Wenn jemand in Kanada eingebürgert wird, so heißt es in der offiziellen Zeremonie: „Sie haben alle eine Heimat, heute bekommen Sie ein neues Zuhause!“ Mich hat dieser Satz sehr berührt, weil er ziemlich genau wiedergibt, wie hier miteinander umgegangen wird. Und so haben Peter und ich uns in Kanada auch als Reisende immer wohl, sicher und willkommen gefühlt.

Kanada…Du bist großartig!

Kanada Reiseberichte

Wir sind im Goldrausch (#015)

14. August 2022

– Dawson City –

Wie schon im letzten Artikel (Reifenpanne auf dem Dempster Highway #014) erwähnt, war die Stadt Dawson unser Ausgangspunkt für unsere Reise zum Polarmeer. Und nach hierhin sind wir auch nach der Tour wieder zurückgekehrt. Dawson City oder einfach Dawson ist ein kleines Goldgräber-Örtchen. Es hat heute ca. 1300 Einwohner und liegt am rechten Ufer des Yukon, an der Mündung des Klondike River und 240 km südlich des nördlichen Polarkreises. Dawson ist, mit deutlichem Abstand zu Whitehorse, die zweitgrößte Stadt im Staat Yukon. Ab der Gründung des Territoriums 1898 war Dawson dessen Hauptstadt, bis die Regierung 1953 in das 535 km südlich gelegene Whitehorse umzog. Die Siedlung wurde 1896 zu Beginn des legendären Klondike-Goldrauschs gegründet und nach dem kanadischen Geologen George Mercer Dawson benannt, der die Region erforscht hatte. Vielen ist Dawson vielleicht aus diversen Wild-West-Filmen (wie z.B. „Silverado“ oder „Walker, Texas Ranger“ etc.) bekannt, weil es immer noch wie eine Stadt im Wilden Westen aussieht…auch heute noch. Die alten Holzhäuser sind erhalten geblieben und versprühen dadurch einen ganz besonderen Charme. Die „Bürgersteige“ sind lediglich Holzwege, die einen von den ungeteerten, staubigen oder auch matschigen Straßen fernhalten (vor vielen Häusern sind Bürsten montiert, um die Schuhe vor dem Eintreten zu säubern). Man fühlt sich hier wirklich zurückversetzt in die Zeit Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Unterschied, dass wir hier nicht bei den Karl-May-Festspielen oder in irgendeinem Freizeitpark mit Nachbauten sind, sondern in einem echten, noch existierenden Ort mit realer Geschichte.

Selten hat ein Ereignis in der amerikanischen Geschichte die Menschen so zum Träumen gebracht, wie der Goldrausch 1897/98. Am Klondike, der in Dawson in den Yukon mündet, wurde am Bonanza Creek 1896 das erste Gold entdeckt. Angestiftet von dem erfahrenen Goldsucher Bob Henderson untersuchten George Carmack und seine Fischerkollegen Jim Skookum und Charlie Tagish den Bach in dieser Gegend. Am 17. August 1896 fanden sie letztendlich Gold und steckten die ersten vier Claims (Schürfgebiete) für sich ab. In Forty Mile, ein paar Tage später, ließ Carmack den Discovery Claim für sich selber und jeweils einen weiteren für Charlie und Jim registrieren. Er schickte Jim zu dem Bach zurück, den er Bonanza (was „ergiebige Goldgrube“ oder auch „Glücksfall“ bedeutet) getauft hatte, um die Claims zu bewachen. Innerhalb von ein paar Tagen waren die Bäche Bonanza und Eldorado von einem bis zum anderen Ende abgesteckt. Als die Nachricht vom Goldfund die Außenwelt erreichte, brach der Klondike-Goldrausch aus. Bereits 1898 waren 4735 Boote mit 28.000 Menschen an Bord auf dem Weg nach Dawson, um dort ein neues Leben im Goldrausch zu beginnen. So lebten zu Hochzeiten zwischen 20.000-30.000 Menschen in Dawson City.

Nicht lange nachdem Gold in größeren Mengen im Klondike entdeckt worden war, wurden schwimmende Schaufelbagger (Dredges) in den Goldfeldern eingesetzt, in diesem Gebiet kamen etwa zwei Dutzend zum Einsatz. Der größte war die Dredge Nr. 4 (heute nicht mehr in Betrieb), die auch gleichzeitig der größte mit Holzrumpf ausgestattete Schaufelbagger Nordamerikas war. Er ist so groß wie 2/3 eines Fußballfeldes und 8 Stockwerke hoch. Die Wasserverdrängung betrug 2722 Tonnen. Die Dredge bewegte sich in einem von ihr selbst gegrabenen Teich vorwärts, indem sie vorne goldführenden Kies abbaute, das Gold in einer sich drehenden Trommel auswusch und den übriggebliebenen Kies durch die Abraumleiter hinten auswarf. Und genau diese Dredge besuchen wir und lassen uns von unserem Guide Bennie mitnehmen in die Zeit des Goldrausches.

Große Abräumhügel erinnern im ganzen Gebiet auch heute noch an vergangene und aktuelle Grabungen. Irgendwann war dann das Gold „alle“, nachdem nach konservativen Schätzungen zufolge, Gold im Wert von über 500 Millionen Dollar hier gefördert worden war. Dann war er vorbei der Goldrausch und viele Menschen verließen freiwillig oder gezwungenermaßen die Gegend wieder. So hat Dawson um 1940 nur noch 1000 Einwohner besessen. Einige Minen sind auch heute noch aktiv und auch wenn in den letzten 130 Jahren schon viel des Goldes abgebaut worden ist, scheint es sich für wenige große Firmen immer noch zu lohnen. Wir treffen im Ort auf eine Deutsche (schätzungsweise so um die Ende zwanzig), die dort mit ihrem deutschen Freund lebt. Auf unsere Frage, wie es dazu kam, erzählt sie uns, dass ihr Freund bei einer deutschen Fernsehshow, bei der es ums Goldschürfen ging, gewonnen hat…und zwar eine Saison lang hier in Dawson in einer der Minen zu arbeiten. Mittlerweile sind sie nun schon die dritte Saison dort. Sachen gibt’s…!

Und wenn wir schon mal hier sind, müssen wir unser Glück natürlich auch versuchen und machen uns auf zum Bonanza Creek…

Ob sich unsere Ausbeute sehen lassen kann, klären wir nochmal ab. Vorsichtshalber haben wir schon mal ein Konto auf den Kaimaninseln eröffnet.

Vielleicht hat der ein oder andere ja auch von dem eingefrorenen Mammutbaby gehört, was Ende Juni hier gefunden worden ist. Der Fund war die absolute Sensation und weltweit groß in den Medien. Das Mammutbaby starb während der Eiszeit und wurde in dem mehr als 30.000 Jahre alten Permafrostboden eingefroren. Goldgräber hatten es nun hier entdeckt…zur Info: Wir waren es nicht!

Zurück wieder in Dawson gilt es noch etwas anderen zu „begießen“…und zwar unsere erfolgreiche Rückkehr vom Polarmeer und dem Dempster Highway. Und wo geht das besser als in einem waschechten Saloon?! Wie der Zufall es so will, landen wir nicht in irgendeinem Saloon, sondern in einem der für eine sehr spezielle Tradition bekannt ist…das Downtown Hotel. In diesem Saloon gibt es seit 1973 den gewissen „Sourtoe Club„, der mittlerweile über 100.000 Mitglieder hat. Diese Tradition besagt, dass man ein Glas mit Whisky erhält, in dem ein alter, abgestorbener (und daher schwarzer….iiiihhhhh) Zeh (ja, Ihr lest richtig!) schwimmt. Diesen Whisky muss man trinken und mit dem Mund den Zeh berühren (nochmal iiiihhhhh).

Die Legende des ersten „Sourtoe“ geht auf die 1920er Jahre zurück und handelt von einem lebhaften Schmuggler namens Louie Linken und seinen Bruder Otto. Bei einer ihrer grenzüberschreitenden Lieferungen gerieten sie in einen schrecklichen Schneesturm. In dem Versuch, sein Hundegespann zu lenken, stieg Louie vom Schlitten und in einen eisigen Überlauf…wobei er seinen Fuß gründlich durchnässte. Aus Angst, die Polizei sei ihnen auf der Spur, setzten sie ihre Reise fort. Leider führte die längere Kälteeinwirkung dazu, dass Louies großer Zeh festgefroren war. Um Wundbrand vorzubeugen, führte der treue Otto die Amputation mit einem Holzhackbeil (und etwas doppeten Rum zur Anästhesie) durch. Zur Erinnerung an diesen Moment konservierten die Brüder den Zeh in einem Glas Alkohol. Jahre später wurde der Zeh von Captain Dick Stevenson entdeckt, als er eine verlassene Hütte reinigte. Nach Rücksprache mit Freunden wurde der „Sourtoe Cocktail Club“ gegründet und die Regeln entwickelt. Seit seiner Gründung hat der Club (durch Spende) über 25 Zehen erworben (wir reden tatsächlich von echten Zehen, die Menschen gespendet haben…drittes Mal iiiihhhhh).

An meiner Ausführung könnt Ihr erkennen, dass ich dies nicht brauchte, um glücklich zu werden. Peter allerdings ließ sich, wie viele andere an diesem Abend auch (schließlich kommen sehr viele genau deswegen hierher), von der Stimmung dort vor Ort mitreißen…das ganze Prozedere wurde ja auch richtig zelebriert…jeder wurde von einem alten Mann mit weißem Bart der Reihe nach aufgerufen und der ganze Saloon hat gejubelt, besonders wenn man es dann durchgezogen und das Whisky-Glas geleert hatte (also ohne den Zeh natürlich, ansonsten kostet das 2500 Dollar Strafe). Ich habe hier mal etwas bildlich festgehalten…

Und so geschah es, dass Peter an einem Tag gleich zwei Zertifikate erhalten hat (siehe dazu auch den Artikel „Reifenpanne auf dem Dempster Highway #014„)…das Zweite als Mitglied Nr. 100.297 des Sourtoe Clubs.

Wir bleiben noch zwei Tage am Yukon und schwelgen gefühlsmäßig weiter in der Zeit des Goldrausches. Dabei fällt mir folgender Text über diese Gegend in die Hände, der es ganz gut trifft:

„Und wieder sind die Täler still…und Bäume und Sträucher bedecken die Narben. Noch immer gibt es hier und dort verstreut kleine Minenbetriebe und auch ein wenig Gold gibt es immer noch zu finden. Ebenfalls immer noch glauben ein paar ganz Unverdrossene, dass irgendwo dort draußen in den Hügeln die „Mother Lode“, die ganz große Goldader, auf Entdeckung wartet...unterdessen plätschern Eldorado und Bonanza leise dem Klondike River entgegen, so ungestört wie 1896 und nur ein kleiner Steinhügel erinnert an die Stelle, wo der letzte große Goldrausch seinen Anfang nahm.“

Kanada Reiseberichte

Reifenpanne auf dem Dempster Highway (#014)

7. August 2022

Schaffen wir es bis ans Polarmeer?

Auf unserer Reise Richtung Norden erreichen wir schließlich das kleine Goldgräber-Städtchen Dawson, aber dazu zu einem anderen Zeitpunkt mehr. Dawson City ist auch Ausgangspunkt für eine Tour, bei der sich jeder Reisende fragt: „Schaffen wir das???“ Es handelt sich um den Dempster Highway (das letzte Stück nennt sich Inuvik-Tuktoyaktuk-Highway), eine 883 km lange Schotterpiste, die hoch zum Polarmeer nach Tuktoyaktuk führt. Ich rede hier nicht von einer gewöhnlichen Schotterpiste, wie wir sie vielleicht aus Deutschland kennen, sondern von einem kilometerlangen Weg, der gesät ist mit tiefen Löchern, spitzen Steinen, Schlamm, Matsch und solchen Unebenheiten, dass man das Gefühl hat, man fährt nicht in einem Auto, sondern hüpft auf einem Trampolin. Viele Reisende berichten von Unfällen, reinsten Schlitterpartien, platten Reifen (durch die Steine, die die Reifen aufschlitzen) und von kaputten Windschutzscheiben (durch entgegenkommende Fahrzeuge, insbesondere der riesen LKWs). Jene stellen die nötigste Versorgung im Norden (es gibt dort nur alle paar 100 km mal einen Ort) sicher und kommen einem gerne mit ordentlich Speed entgegen, so dass die Steine nur so fliegen. Es wird empfohlen eine „gewisse Anzahl“ an Ersatzreifen und ausreichend Lebensmittel und Wasser dabeizuhaben, wenn man den Dempster befährt. Auf der gesamten Strecke befinden sich nur drei Tankstellen (weil außer Natur ist da halt nichts) und man erhält den warnenden Hinweis, man solle tanken, wann immer es geht, falls die nächste Tankstelle evtl. geschlossen ist oder kein Benzin zur Verfügung hat. Auch sind die Kartenlesegeräte gerne mal defekt oder können keine Verbindung aufbauen. Fast während der gesamten Strecke hat man keinen Internet-, geschweige denn Handyempfang, im Notfall Hilfe zu rufen ist also gar nicht so einfach. Allerdings ist auch bekannt, dass man anhält und sich gegenseitig hilft, wenn ein Auto am Straßenrand steht.

Große Teile des Dempster Highways folgen einem alten Hundeschlittenweg. Der Highway ist nach Inspektor William John Duncan Dempster von der Royal Canadian Mounted Police benannt, einem jungen Polizisten, der mit seinen Schlittenhunden häufig den Weg zwischen Dawson City und Fort McPherson benutzte. Dempster und zwei weitere Polizisten wurden im März 1911 mit einer Rettungsmission beauftragt und sollten Inspektor Francis Joseph Fitzgerald sowie drei seiner Männer finden, da diese nie auf ihrer planmäßigen Winterpatrouille in Dawson City angekommen waren. Dempster und seine Kollegen fanden die Anfang Februar Verstorbenen schließlich nur wenige Meilen von Fort McPherson entfernt und beerdigten sie letztendlich auch dort.

1958 fällte die kanadische Regierung den Entscheid, eine 671 km lange Straße durch die arktische Wildnis von Dawson City nach Inuvik zu bauen. Es wurden große Öl- und Gasvorkommen im Mackenziedelta gefunden, und das Örtchen Inuvik befand sich gerade im Aufbau. Am 17. August 1959 ließ die kanadische Regierung verlauten, dass man Ölvorkommen in den Eagle Plains gefunden habe, und vergab Konzessionen an die Ölindustrie, um noch größere Vorkommen in der Region zu entdecken. Man hat bemerkt, dass ein Highway über den Polarkreis nötig war, um Material und Infrastruktur zu den Ölvorkommen transportieren zu können.

2017 wurde nun der letzte Abschnitt zwischen Inuvik und Tuktoyaktuk fertiggestellt (wenn man das „fertig“ überhaupt nennen kann) und so ist es möglich von Kanada aus das arktische Polarmeer zu erreichen.

Aufgrund all dieser Gegebenheiten und auch weil Sprinti weder einen 4×4-Antrieb noch All-Terrain-Reifen hat, haben Peter und ich echt hin und her überlegt, ob wir uns diese Fahrt zutrauen können…schließlich waren die 883 km ja nur der Hinweg und die Wetterprognosen waren jetzt auch nicht so optimal! Wir besuchen das spezielle Visitor Center und treffen auf Dawn, eine sehr freundliche und lustige Inuit-Dame mittleren Alters, die uns offen und ehrlich von den Bedingungen des Highways erzählt und uns aber auch ermutigt.

Alles klar, wir machen’s!

Benzin- und Wassertank sind proppevoll, ebenso unser Kühlschrank und die Lebensmittelvorräte. Ersatzreifen, Reifenkompressor, Windschutzscheiben-Kit…wir haben alles dabei! Also auf geht’s Sprinti!

Da es zuvor noch einiges zu erledigen gibt, starten wir den Dempster Highway erst nachmittags, schaffen aber an Tag 1 schon einige Kilometer, weil es nachts ja nicht dunkel wird und wir somit bis in die späten Abenstunden fahren können. Die Straße hat es tatsächlich in sich und teilweise können wir uns nur im Schneckentempo fortbewegen. Bei all diesen Löchern, Huckeln, Steinen, Schlamm und widrigen Verhältnissen hoffen wir echt, dass Sprinti das heil übersteht. Aber Tag 1 klappt soweit ganz gut und wir sind happy (auch wenn Sprinti dreckmäßig aussieht wie ein echtes Expeditionsfahrzeug)! Außerdem gibt es trotz einiger Wolken wieder eine tolle Landschaft (z.T. borealer Nadelwald und die Tundra) zu bestaunen. Wir finden auf einem Berg in den Wolken einen schönen Stellplatz und verbringen dort die erste Nacht. Als wir am nächsten Morgen aufwachen, sind die Wolken quasi verschwunden bzw. in das Tal „gerutscht“, die Sonne scheint herrlich und vor uns liegt eine atemberaubende Aussicht.

Dann geht es für uns weiter…durch unendliche Landschaft, die sich aber immer wieder ändert und uns auf dem ganzen Weg fasziniert. Bis auf eine Hand voll anderen Reisenden, wenigen LKW-Fahrern und ein paar Bauarbeitern (die entlang der gesamten Strecke doch tatsächlich Glasfaser in den Norden verlegen…das hätten wir uns zu Homeoffice-Zeiten in Düsseldorf auch so manches Mal gewünscht), treffen wir auf keine Menschenseele. Nach 365 km erreichen wir den „Ort“ (Eagle Plains)…der hat sage und schreibe 8 Einwohner und ist die erste „Menschenansammlung“ nach hunderten von Kilometern. Dort liegt auch die erste Tankstelle auf unserer Route und man fühlt sich dort wie um 50 Jahre zurückversetzt…mindestens! Nicht nur wir bekommen unser Benzin dort, sondern auch der Hubschrauber, der neben uns an der Tanke landet…ja so läuft das hier!

Nach 401 km erreichen wir unser erstes Etappenziel: den Polarkreis (Arctic Circle)!

KURZE ZEIT SPÄTER DANN DAS…

Durch die spitzen Steine auf der Straße haben wir einen ordentlichen Riss im Reifen, den es auch mit unserem Repair-Kit nicht zu reparieren gilt. Zum Glück bekommen wir den Reifen aber schnell gewechselt und können weiterfahren, in der Hoffnung in Fort MacPherson (der nächsten Ort auf der Route und immerhin 103 km entfernt) den Reifen geflickt zu bekommen. Aber Pustekuchen! Das einzige, was wir dort antreffen ist ein verlassenes Reifenlager…ohne eine Menschenseele. Also fahren wir unverrichteter Dinge weiter und das bedeutet, wir müssen die 287 km bis Inuvik ohne Zwischenfall überstehen, ansonsten haben wir ein Problem! In Vorbereitung auf den Dempster Highway haben wir auch von Reisenden gehört, die sich über hunderte Kilometer haben abschleppen lassen müssen, was sie letztendlich über 1000€ gekostet hat. Also heißt es Daumen drücken, dass die Reifen halten und Sprinti weiter gut mitmacht!

Weiter geht unsere Fahrt über Stock und Stein, Loch und Huckel, Matsch und Staub…und das sieht man den Fahrzeugen auch an…nicht nur Sprinti. Auf dieser Strecke ist tatsächlich alles ein wenig anders…hier landen kleine Propeller-Flugzeuge im Notfall auch direkt auf der Straße, weil die Straße auch gleich die Landebahn ist.

An diesem Tag erreichen wir noch den Staat Nordwest-Territorien, wechseln wieder in eine andere Zeitzone und lassen uns an zwei Flüssen (Peel River und Mackenzie River) mit einer Fähre, mit zum Teil waghalsigen Anlegemanövern, übersetzen. Mit 4240 Kilometern ist der Mackenzie River übrigens der längste Fluss Kanadas, das zweitlängste Flusssystem in ganz Nordamerika und der zwölftlängste Fluss in der ganzen Welt. Dieses „Flüßchen“ begleitet uns auf unserer Reise nun schon eine ganze Weile.

Wir schaffen es an dem Abend tatsächlich unversehrt bis nach Inuvik. Inuvik ist mit „nur“ etwa 3200 Einwohnern die größte Stadt in Kanada nördlich des Polarkreises. Es leben hier viele Hinzugezogene europäischer Herkunft, während die einheimischen Inuit („Eskimos“) mittlerweile in der Stadt die Minderheit bilden. Man merkt auch hier schon, dass die Menschen mit anderen Gegebenheiten zu tun haben und unter anderen Widrigkeiten ihren Alltag gestalten müssen. Hier herrscht absoluter Winter von Ende September bis Ende April mit ca. -30 °C. Von Juni bis August scheint für 56 Tage die Mitternachtssonne, d.h. es wird nicht dunkel, während im Winter die Sonne für mehrere Wochen nicht aufgeht. Die Temperatur beträgt im Jahresdurchschnitt −10 °C, wobei im Sommer maximal 31°, im Winter aber auch schon −57 °C gemessen wurden. Der Boden in dieser Gegend besteht aus Permafrost. Als Permafrost bezeichnet die  Geowissenschaft einen Untergrund, dessen Temperatur für mindestens zwei Jahre ununterbrochen unter 0 °C liegt. Daher ist es eben auch nicht möglich vernünftige Straßen zu bauen, weil spätestens im Winter alles kaputtfriert.

Hier in Inuvik übernachten wir auf einem Parkplatz mitten im Ort und machen uns am nächsten Morgen schon früh auf zum ortsansässigen Reifenhändler, der uns auch wieder direkt behilflich ist. Schnell ist unser kaputter Reifen wieder geflickt und wir können weiter…noch 152 km bis Tuktoyaktuk…unsere letzte Etappe bis zum Polarmeer!

Und dann ist es soweit…nach zwei Tagen Fahrt auf Straßen, die Peter und ich beide so noch nicht erlebt haben, sind wir nach 883 km endlich am Ziel…der arktische Ozean…der nördlichste Punkt auf unserer gesamten Reise! Yippieh!

Und wenn wir schon einmal hier sind, müssen wir natürlich auch mal die Füße ins Wasser halten…

Auch in Tuktoyaktuk, was so viel heißt wie „sieht aus wie ein großes Karibu“, merken wir, wie die rund 890 Einwohner in einer ganz anderen Welt leben als wir Europäer. Es handelt sich zum Großteil um Eskimos (hier in Kanada bevorzugen sie den Begriff „Inuit“), deren Alltag daraus besteht, an diesem verlassenen Ort unter jenen klimatischen Bedingungen klarzukommen…hier leben schließlich auch Eisbären! Die Menschen leben hier vom Fellhandel und Walfang, sowie von der Robben- und Karibu-Jagd, um sich ernähren zu können. Die Häuser und Hütten sind klein und die Fenster meist mikrig oder mit Thermomatten abgehängt, um die Wärme im Haus zu behalten. Die Häuser sind auch auf Stelzen gebaut, weil die Wärme derer den Permafrost-Boden schmelzen und das Haus absinken lassen würde. Sich hier ein Heim zu bauen ist teuer, weil alle Materialien aus dem Süden erst einmal herangeschafft werden müssen. Auch scheinen für uns „normale“ Dinge der Infrastruktur wie Müll- oder Abwasserentsorgung schwierig zu sein, wie wir am Eingang des Ortes feststellen. Schon viele Kilometer vor Tuktoyaktuk (kurz Tuk) haben wir immer wieder viele Schlitten und Schneemobile auf den Feldern und am Straßenrand stehen gesehen. Die sind da bereits für den Winter positioniert, um sie für die Jagd zu nutzen. Anders wäre ein Durchkommen durch die Schneemassen nicht möglich. Auch fallen uns vor Tuk mehrere Erdhügel auf, sogenannte Pingos. Ein Pingo  ist ein im Permafrost entstandener Erdhügel und das Innere des Hügels besteht aus einem Eiskern. In der Umgebung von Tuktoyaktuk gibt es etwa 1350 Pingos, ein Viertel aller auf der Erde vorkommenden.

In Vorbereitung auf diese Reise und auch für den Ausbau des Sprinters haben wir uns unter anderem sehr viele Ideen und Hilfen aus dem Internet besorgt, z.B. auch anhand von YouTube-Videos. So stößt man dann auch automatisch auf viele andere Reisende, die ähnliche Pläne haben. So sind wir auch auf den YouTube-Kanal von „Chirpy Travellers“ gekommen, die ihr Fahrzeug auch von Hamburg nach Halifax verschifft haben und seitdem durch Kanada reisen. Und wie der Zufall es so will, fährt da doch glatt ein uns bekanntes Fahrzeug vor, als wir gerade oben am Polarmeer stehen…die Chirpy Travellers, die wir sonst nur aus ihren Videos kennen. Viele Grüße, falls Ihr das gerade lest. Wir unterhalten uns kurz und dann heißt es für uns auch schon wieder den Rückweg anzutreten, schließlich liegen erneut 883 km Schotterpiste vor uns. Also los geht’s!

Gezwungenermaßen müssen wir allerdings wieder in Inuvik einen Zwischenstop einlegen…dieses Mal allerdings nicht zum Reifen flicken, sondern weil uns bzw. unsere Windschutzscheibe erneut ein Steinschlag erwischt hat. Und zwar als uns auf dem Rückweg ein LKW mit hoher Geschwindigkeit entgegenkommt (die meisten bremsen vorher ab, so wie wir auch und wenn beide weit rechts rüber fahren funktioniert es meist auch). Unten links ist auf unserer Scheibe ein kleines Loch zu sehen, davon aus geht allerdings ein Riss, der schon im Laufe der nächsten Kilometer immer länger wird…wir sind uns sicher, das hält keine 750 km Buckelpiste mehr aus. Mal ganz davon abgesehen, sieht man hier kein Auto, was nicht mindestens einen Riss über die komplette Scheibe hat. Also Zwischenstop in Inuvik! In einer Werkstatt hören wir, dass sie keine Scheibenreparaturen durchführen würden (obwohl es auf deren Homepage steht), wir sollen uns an Bobby Ross wenden…seine Telefonnummer stünde bei Facebook. Also kontaktieren wir Bobby Ross und fahren zu ihm nach Hause. Und zwanzig Minuten später kommt auch Bobby Ross angefahren, auf seinem Auto prankt der Schriftzug „Bobby Ross Cleaning“. Bobby macht also auch noch in Reinigungsunternehmen. Im Gespräch erfahren wir, wie es ist, hier oben zu leben und dass da oft ein Job nicht ausreicht, um sich über Wasser zu halten. Bobby Ross ist ein total freundlicher und hilfsbereiter, Mittfünfziger, der den Gwich’in, einer indianischen Stammesgruppe, angehört. Mit viel Geduld und akorater Arbeit kümmert er sich um unsere Scheibe…während wir von Mücken zerstochen und von Black Flies gebissen werden. Nach ca. 2,5 Stunden können wir weiter. Wer auf dem Dempster Highway mal eine defekte Scheibe hat, wende sich gerne an Bobby Ross (Bobby Ross Facebook) und bestelle ihm liebe Grüße von uns!

Den restlichen Rückweg bestreiten wir ohne weitere Blessuren. Wir kommen noch durch Nebel und Regen, entdecken einen Elefanten (wer entdeckt ihn noch?), nutzen um Mitternacht die Fähren zum Übersetzen (es ist ja noch hell) und werden im Bett ganz schön durchgerüttelt als der Wind ordentlich draußen pfeifft und Sprinti zum Wackeln bringt. Und dann strahlt uns am nächsten Tag auch schon wieder die Sonne entgegen und wir genießen die wundervolle Natur (…und die Glasfaserbaustellen sind auch noch da).

Und dann ist es vollbracht! Nach 1766 km und über 60 Mückenstichen (plus die von Peter) haben wir ihn bezwungen…den Dempster Highway! Was ein Abenteuer! Wir haben teilweise Blut und Wasser geschwitzt, aber mit Geduld und Vorsicht hat es geklappt…und wer weiß welche Strecken auf der Reise noch so auf uns warten…?!

Und was wir und Sprinti nun als allererstes brauchen, ist eine Dusche!

Und als ich am nächsten Tag Dawn im Visitor Center besuche und ihr mitteile, dass wir es geschafft haben, verschwindet sie einen Augenblick und kommt kurze Zeit später mit einem Schriftstück in der Hand zurück, das sie uns dann feierlich überreicht…unser Zertifikat als ehrenhafte Bezwinger des Dempster Highways! Und sie macht das so liebevoll, dass es einem tatsächlich ganz warm ums Herz wird.

Für Peter soll dies aber nicht das einzige Zertifikat an diesem Tag gewesen sein, aber darüber erfahrt Ihr dann beim nächsten Mal mehr…

Macht’s gut und fahrt schön vorsichtig!

Reiseberichte Kanada

Auf geht’s Richtung Norden (#013)

31. Juli 2022

Yukon, wir kommen!

Nachdem wir Vancouver Island verlassen und das Festland erreicht hatten, hieß es für uns nach drei Monaten nun nicht mehr „von Ost nach West“, sondern „ab in den Norden“…mit dem Ziel: das Polarmeer! Also fuhren wir den Sea to Sky-Highway (Highway 99), der auch für seine schöne Landschaft bekannt ist. Dabei kommen wir durch Städte wie Squamisch, Whistler (eines der größten Skigebiete Nordamerikas) oder Pemberton.

Dann erreichen wir nach über 1000 km (Kanada ist echt ein großes Land) Dawson Creek und damit die „Mile 0“ des Alaska Highways (keine Angst, noch sind wir dadurch nicht in Alaska, aber dieser Highway führt uns dorthin). Der Bau des Alaska Highways war ein Resultat aus dem zweiten Weltkrieg…es brauchte damals 25.000 Mann und 7000 „Teile Equipment“, um die 2232 km (Dawson Creek, Kanada bis Delta Junction, Alaska) in nur 10 Monaten fertigzustellen. Wir werden den Highway auf unserer Route von Anfang bis Ende befahren und da Dawson Creek und auch das entsprechende Schild wegen des Starts dieses Highways ein Anziehungspunkt für viele Reisende sind, machen wir auch einen Abstecher dorthin…

Dann fahren wir noch ein Stück weiter…man verliert hier auch absolut das Zeitgefühl, weil wir mittlerweile soweit nördlich sind, dass es nachts nicht mehr dunkel wird. Wir nutzen die langen Tage und „schaffen“ somit einige Kilometer. An diesem Abend finden wir ein schönes Plätzchen am See. Hört sich sehr idyllisch an und sieht auch so aus, ist allerdings aufgrund zweier alter Bekannte nur bedingt idyllisch…hello again 8 Grad (die kommen hier oben wieder häufiger vor, zum Glück aber nur nachts) und hello again Mücken und sämtliche Insekten, die sich das Stechen und Beißen zur Hauptaufgabe gemacht haben! Wir hatten ja bereits in Ontario (s. Reisebericht #004 „Wir entdecken Kanada und seine Städte“) gedacht, es wären dort viele Mücken, Mosquitos, Black Flies etc. unterwegs gewesen, aber das hier toppt noch einmal alles. Ohne Mückenspray (was hier umgangssprachlich „Kanada-Deo“ genannt wird und die reinste Chemiekeule ist) geht hier gar nichts. Also idyllischer Ort hin oder her…wir bleiben drinnen…ist ja auch schon Nacht (auch wenn man es am Stand der Sonne nicht glauben mag). Noch einmal ein Hoch auf unsere Fliegengitter!

Am nächsten Tag führt uns der Alaska Highway weiter durch tolle Landschaften und eine faszinierende Tierwelt.

DAMIT hätten wir allerdings nicht gerechnet…

Und so fahren wir weiter…total happy über das, was uns die Natur da gerade geboten hat. Doch das soll noch nicht alles gewesen sein! Ein paar Kilometer weiter und einen Tankstopp (bei einer Tankstelle irgendwo im Nirgendwo) später, treffen wir tatsächlich auf eine ganze Herde Bisons…Männchen, Weibchen und Jungtiere…über 70 an der Zahl und direkt am Straßenrand. Einfach unglaublich! Insgesamt sehen wir auf dem Alaska Highway an zwei Tagen sage und schreibe einen Grizzly, 16 Schwarzbären (darunter auch ein Muttertier mit ihren 3 Jungen), einen braunen Schwarzbären (die gibt es auch und sind nicht zu verwechseln mit einem Grizzly), ein Murmeltier, einen Fuchs, zwei Reiher, zwei Maultier-Hirsche und über 100 Bisons! Bereits im Grassland Nationalpark (s. Reisebericht #007 „Von der Prärie bis in die Rocky Mountains“) waren wir ja voller Hoffnung, einigen Bisons zu begegnen, hatten sie dann aber nur aus weiter Ferne erspähen können. Dass sie nun mit ihren gewaltigen Körpern direkt vor uns stehen und das dann auch in dieser Anzahl, damit hätten wir in unseren kühnsten Träumen nicht gerechnet und freuen uns daher umso mehr…besonders weil da noch ein Sprinti zwischen uns und den Tieren ist.