Browsing Tag

Argentinien

Reiseberichte Argentinien

Buenos Aires (#083)

5. Mai 2024

– Wir entdecken die Hauptstadt Argentiniens –

Wir machen uns auf nach Buenos Aires! Dafür lassen wir Sprinti auf einem Stellplatz in der Nähe von Colonia del Sacramento in Uruguay stehen (s. dazu Artikel „Uruguay #082“) und machen uns mit der Fähre auf nach Argentinien. Begleitet werden wir dabei von Yannic, einem Schweizer Reisenden, den wir schon öfters getroffen haben, und der nun ein Auto aus dem Norden Argentiniens abholen muss.

Die Fahrt mit der Fähre dauert nur ungefähr 1,5 Stunden, aber da wir dadurch ja Uruguay verlassen und Argentinien betreten, steht auch eine komplette Passkontrolle an. Und als der argentinische Grenzbeamte in unserem Reisepass entdeckt, dass dieser in Düsseldorf ausgestellt worden ist, breitet sich ein Strahlen in seinem Gesicht aus und er ruft begeistert auf Spanisch: „Ah Düsseldorf…Tote Hosen!“ Ja, es ist richtig, dass diese bekannte deutsche Band aus unserer letzten Heimatstadt kommt, aber niemals hätten wir damit gerechnet, dass man das hier auch in Uruguay bzw. Argentinien weiß. Schon des öfteren war es vorgekommen, dass Taxifahrer, wenn sie hören, dass wir aus Deutschland kommen, freudestrahlend das Radio aufdrehen und Rammstein abspielen…was jetzt gar nicht mal so unsere Musikrichung ist, sich aber anscheinend in ganz Amerika großer Bekanntheit erfreut. Nun also Die Toten Hosen! Freudestrahlend scrollt der Beamte in seinem Handy, während die Schlange hinter uns immer länger wird. Dann zeigt er uns stolz ein Foto von ihm und Campino und ist hell auf begeistert…die immer länger werdende Schlange stört ihn dagegen überhaupt nicht. Auch dieser Moment wird sich wohl wieder einreihen in die Liste „So klein ist die Welt“. Wir finden es lustig und verabschieden uns von „unserem“ Grenzbeamten. Auf geht es nach Argentinien!

Dann erreichen wir Buenos Aires, die Hauptstadt Argentiniens und verabschieden uns von Yannic, für den es nun zum Flughafen geht. Die offiziell nur 202 Quadratkilometer große Stadt bildet den Kern einer der größten Metropolregionen Südamerikas, des Gran Buenos Aires mit etwa 13 Millionen Einwohnern. Damit ist sie nach São Paulo (Brasilien) die zweitgrößte Stadt Lateinamerikas. Oft wird Buenos Aires auch als „Wasserkopf“ Argentiniens bezeichnet, da sich hier fast alle wichtigen Institutionen des Landes befinden und in der Stadt und ihrer Umgebung etwa ein Drittel aller Argentinier wohnt. Sie ist ein wichtiges kulturelles Zentrum und wurde 2005 durch die UNESCO mit dem Titel „Stadt des Designs“ ausgezeichnet.

Im Dezember 2023 wurde hier in Argentinien mit Javier Milei ein neuer Präsident gewählt, der das wirtschaftlich stark angeschlagene Argentinien wieder auf Vordermann bringen möchte. Eine seiner ersten Amtshandlungen war es daher tausende Beamte zu entlassen, um so den kostspieligen Staatsapparat zu entlasten. Dies stößt gerade bei den betroffenen Personen auf großen Unmut, weshalb viele Menschen auf den Straßen, besonders in der Hauptstadt Buenos Aires, demonstrieren. Dies bekommen wir direkt am eigenen Leib zu sprüren, als uns ein Taxi vom Hafen zu unserer Airbnb-Unterkunft bringen soll und für knapp 10 Kilometer fast zwei Stunden benötigt, weil sämtliche Straßen aufgrund von Demonstrationen schlichtweg gesperrt sind. Dafür ist unser Taxifahrer total nett und so kommen wir schnell ins Gespräch. Dann erreichen wir endlich unsere Unterkunft und fühlen uns dort auch ganz schnell heimisch.

Die nächsten Tage verbringen wir damit, die Stadt zu erkunden und Buenos Aires auf uns wirken zu lassen. Und was können wir sagen? Wir sind begeistert! Buenos Aires ist voll von alten, prunkvollen Häusern, mit schönsten Verzierungen, aufwendigen Stuckdecken und eindrucksvollen Holztüren. All das verleiht der Stadt einen ganz besonderen Charme und so wird Buenos Aires nicht umsonst „das Paris des Südens“ genannt.

Wenn Argentinien und besonders Buenos Aires für eins steht, dann für Fußball…denn schließlich befinden wir uns gerade im Land des aktuellen Weltmeisters. An jeder Ecke trifft man auf Bilder oder Statuen von Maradona oder Messi und wir können nur erahnen, wie die Stimmung hier gewesen sein muss, als 2022 der Weltmeistertitel gewonnen wurde…die Menschen hier müssen im positiven Sinne schlichtweg ausgerastet sein. Im etwas ärmeren Stadtviertel La Boca, das Ende des 19. Jahrhunderts durch italienische Einwanderer entstand, befindet sich mitten in einem Wohngebiet auch das Stadion La Bombonera (dt. „die Pralinenschachtel“). Ringsum das Stadion befinden sich enge Straßen, die komplett in den Vereinsfarben blau und gelb gehalten sind und die das Fußballfieber absolut wiederspiegeln. Warum gelb und blau die Vereinsfarben sind? Weil im Moment der Vereinsgründung schlicht und einfach ein schwedisches Schiff vorbeifuhr. Im Stadion selbst befindet sich auch ein 2001 eröffnetes Vereinsmuseum, in dem ein ganzer Saal dem größten Sohn des Klubs gewidmet ist… Diego Maradona!

Unweit des Stadions befindet sich der Caminito, eine 100 Meter lange Fußgängerzone, die viele Jahre als Schandfleck La Bocas galt. Dies änderte sich, als der Künstler Benito Quinquela Martín zu Farbeimern griff und die Fassaden entlang der Straße bunt anstrich. 1959 wurde der Caminito so zur Museums-Straße und gilt heute als ein Wahrzeichen der Stadt.

Und wie Ihr schon an manchen Bildern erkennen konntet, steht Buenos Aires nicht nur für Fußball, sondern auch für einen ganz besonderen Tanz…den Tango! Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts hat sich der Tango in verschiedenen Formen von Buenos Aires aus in der gesamten Welt verbreitet. Die Geschichte des „Tango Argentino“ beginnt am Río de la Plata, dem soganannten Mündungstrichter zwischen Argentinien und Uruguay. In den Großräumen Buenos Aires und Montevideo (Uruguay) trafen am Ende des 19. Jahrhunderts die verschiedensten Völker und Kulturen aufeinander. Getrieben von wirtschaftlicher Not in ihren Heimatländern und durch ein groß angelegtes Einwanderungsprogramm der argentinischen Regierung angezogen, erreichten allein zwischen 1880 und 1930 ca. 6 Mio. Neuankömmlinge die Hafenstädte am Unterlauf des Río de la Plata. Der zahlenmäßig größte Anteil der Einwandernden aus der alten Welt kam aus Südeuropa, wie Spanien und Italien, aber auch jüdische Einwandernde waren zahlreich vertreten. Eine weitere große Bevölkerungsgruppe waren die (größtenteils von englischen Händlern entführten) afrikanischen Sklaven.

Die musikalischen Elemente, die zur Entstehung des Tango Argentino beigetragen haben, sind vielfältig. Zwar sind die afroamerikanischen Elemente in Rhythmus und Choreografie des Tangos kaum noch zu erkennen, doch war der Candombe der Kreolen und Afrikaner ein wichtiger Einfluss. Ein ebenfalls wichtiger Einfluss ist die Habanera, die gelegentlich auch „Tango Americano“ genannt wird. Ihre Entstehung wird um 1825 auf Kuba angesetzt und ab 1850 hatte sie in Spanien große Popularität erreicht. Ein noch heute populäres Beispiel für eine Habanera ist die gleichnamige Arie in der Oper Carmen von Georges Bizet. Sie erreichte den Río de la Plata auf dem Wege über Paris, denn die bessere Gesellschaft imitierte alles, was in Frankreich gefiel. Auch der Einfluss mitteleuropäischer Einwanderer ist nicht gering. Aus Polen kam die Mazurka und aus Böhmen die Polka. Aus Deutschland wurde nicht nur das Bandoneon (das später für den Tango typischste Instrument) hinzugefügt. Als Tanz wurde von hier der Walzer und der Ländler mit seinen Drehungen mitgebracht. Ein weiterer, nicht ganz so offensichtlicher Beitrag (ab den 1870er Jahren) stammt von der Maxixe, dem sogenannten brasilianischen Tango, der im Wesentlichen die gleichen Ursprünge hat wie der Argentinische. Sie gilt als der erste städtische Modetanz Brasiliens. Aus diesem Sammelsurium städtischer Musik und Tänze, vermischt mit den ländlichen Payadas der Gauchos, entstand die städtische Milonga. Etwa um 1880 begann man in Buenos Aires und Montevideo zu dieser Musik zu tanzen. Später verlangsamten sich die leichten, fröhlichen Lieder der Milonga zum ernsteren Tango. Und auch wir erleben hier, wie sehr der Tango zur Kultur dazugehört und mit welcher Leidenschaft er zelebriert wird.

In Buenos Aires ebenfalls bekannt, ist der Friedhof La Recoletta, denn dieser ist die Ruhestätte zahlreicher wohlhabender und prominenter Einwohner. Hier wurden argentinische Präsidenten, Profisportler, Wissenschaftler und Schauspieler bestattet. Das wohl bekannteste Grab gehört niemand geringerem als Eva Perón („Evita“), der zweiten Ehefrau des ehemaligen Präsidenten Juan Perón. Eva Duarte wurde am 07. Mai 1919 als eines von fünf unehelichen, aber vom Vater anerkannten Kindern von Juana Ibarguren und dem Großgrundbesitzer Juan Duarte geboren und wuchs in der Nähe von Junín in Argentinien auf. Später heiratete sie Juan Perón und wurde für ihr soziales Engagement und ihren Einsatz für die Frauenrechte in einer Zeit, als Frauen noch nicht einmal ein Wahlrecht besaßen, zum Idol. Als erste an der Staatsspitze eines lateinamerikanischen Landes wirkende Frau, starb Eva Perón im Alter von nur 33 Jahren an Gebärmutterhalskrebs. Nach dem Sturz Juan Peróns im Jahr 1955 verschwand ihre Leiche allerdings für 17 Jahre aus der Öffentlichkeit, da die neuen Machthaber die Erinnerung an sie und ihren Mann bekämpften. Es sollten also noch einige Jahre vergehen, bis sie letztendlich hier in Recoletta ihre letzte Ruhestätte fand. In der Familiengruft der Duartes stehen zwei Särge, doch in keinem liegt Eva Perón. Stattdessen liegt sie einbalsamiert in sechs Metern Tiefe. Der Weg dorthin ist mit einer Stahlplatte verschlossen, denn man ging bei der Grablegung davon aus, dass der Leichnam abermals entführt werden könnte, und entschied sich daher für diese Vorsichtsmaßnahme.

Und so genießen wir unsere Tage in Buenos Aires, dieser bunten und lebendigen Stadt. Unsere Unterkunft liegt im Stadtteil Palermo und damit recht zentral, so dass wir zu Fuß oder mit dem Taxi überall gut hinkommen. Die Sonne scheint und die Termperaturen sind angehnehm…genauso kann es weitergehen! So kommen wir unter anderem vorbei am Nationalkongress, an einer Buchhandlung, die einem alten Theater gleicht und an einem metallernen Kunstwerk in Form einer Blume, die sich je nach Sonneneinstrahlung verändert. Und leckeres Essen ist auch wieder am Start 🙂 .

An Sonntagen findet im Stadtteil San Telmo immer ein Markt statt, der sich tatsächlich durch das ganze Viertel zieht. Egal ob Handwerkskunst, Kleidung oder Lebensmittel…hier gibt es nichts, was es nicht gibt! Und so flanieren auch wir durch die Straßen und Markhallen und lassen uns von dem Flair anstecken.

Wir erwischen in Buenos Aires auch einen Regentag, an dem es so sehr schüttet, dass innerhalb von Minuten alles unter Wasser steht und sich Straßen zu Fuß kaum noch überqueren lassen. Mehrmals haben wir in den letzten Tagen unsere Wetter-App gecheckt…nicht nur für Buenos Aires, sondern auch für das gar nicht so weit entfernte Colonia del Sacramento in Uruguay. Denn dort wartet Sprinti auf uns und war von all den Wassermassen, die auch vor unserer Abreise schon vom Himmel kamen, gar nicht so begeistert (s. dazu ebenfalls Artikel „Uruguay #082“). Umso mehr hoffen wir, dass er dort unversehrt steht und es nicht mehr all zu stark regnet bis wir in wenigen Tagen zurückkehren.

Wir machen uns derweil einen gemütlichen Tag in unserem Airbnb, an dem es mal wieder genug zu erledigen und organisieren gibt, denn unsere Heimreise nach Deutschland rückt immer näher. Was uns an diesem Tag ebenfalls erreicht, ist eine Nachricht von unseren Freunden Judith und Arthur, die sich gerade in Rio de Janeiro befinden. Doch wie der Zufall es so will, haben sie auf ihrem Weg zurück in die Schweiz u.a. einen zweitägigen Zwischenstopp in Buenos Aires und so verabreden wir uns für den nächsten Abend.

Schon früh steuern wir das Restaurant Don Julio an, dass zu den 50 besten Restaurants Lateinamerikas gehören soll und mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet worden ist. Es handelt sich dabei um ein familiengeführtes Restaurant, was im 19. Jahrhundert als kleiner Grill an der Straßenecke gestartet ist. Hier soll es weit und breit das beste argentinische Steak geben und das wollen wir uns nicht entgehen lassen…wenn wir denn dann Glück haben und einen Platz ergattern können. Schon Monate im Voraus sind die Tische bereits ausgebucht, aber täglich gibt es ein paar „Restplätze“, für die man sich anstellen kann. So stehen wir bereits über eine Stunde vor der eigentlichen Öffnungszeit in der Schlange und erfahren dann, dass an diesem Abend für uns noch ein Tisch frei wäre…allerdings erst um 21.45 Uhr! Das ist uns dann doch ein wenig zu spät!

Also Planänderung! Zum Glück gibt es im Stadtteil Palermo jede Menge Restaurants und sicherlich auch welche, in denen man ein gutes Steak bekommt…schließlich sind wir in Argentiniens Hauptstadt! Und so landen wir kurze Zeit später gemeinsam mit Arthur und Judith in eben so einem und lassen es uns schmecken!

Nach dem Essen wollen wir noch auf ein Getränk irgendwo einkehren, als wir plötzlich von einem ordentlichen Regenguss erwischt werden. Also benötigen wir eine Bar in der Nähe, entdecken aber nur ein Sushi-Restaurant. Wir fragen, ob wir dort auch nur für ein Getränk einkehren dürfen. Man bittet uns freundlich herein und fragt uns ob wir schon einmal hier zu Gast waren. Als wir dies verneinen, führt man uns in die hinterste Ecke des Restaurants und plötzlich stehen wir in einem separaten, dunklen und kleinen Raum und die Bedienung faselt etwas von „Zeitmaschine“. Wie bitte? Zeitmaschine? Dann stehen wir ganz alleine in diesem Raum, an dessen Ende sich lediglich ein alter Holzschrank befindet. Wir öffnen die „Schranktür“, hinter der sich plötzlich ein weiterer dunkler Raum anschließt. An den Wänden hängen irgendwelche Apparate mit jeder Menge Knöpfen. Wenn es also eine Zeitmaschine wirklich gibt, dann ist das hier definitiv eine! Wir treten durch eine weitere Tür, die eher an ein U-Boot erinnern lässt. Und plötzlich stehen wir mitten in einer Bar im Stil der 20er Jahre…gedämmtes Licht, eine hohe Decke, verkleidet mit viel Holz, eine ganze Wand voller Spirituosen und ein Barkeeper, der gekleidet wie damals, mit viel Know-how seine Getränke mixt. Andere Gäste, anscheinend alles Einheimische, sitzen an den Tischen und trinken ihre Cocktails. Wir trauen unseren Augen nicht! Was ist das bitte für eine Aktion und wie sind wir hier bitte schön gelandet? Auf unserem Ranking der Kuriositäten auf dieser Reise bekommt dies definitiv einen Platz ziemlich weit oben! Der Barkeeper sagt, dass es sich bei dieser Bar um einen Geheimtipp handelt und da er das auch bleiben soll, bittet er uns keine Fotos zu machen und dieses Geheimnis für uns zu behalten. Und da auch andere Gäste diese Überraschung erleben sollen, wollen wir auch hier nicht zuuu viel verraten. Aufgrund der Dunkelheit in der „Zeitmaschine“ lässt die Qualität der Bilder eh zu wünschen übrig 🙂 …

So verleben wir einen schönen, wenn auch „spooky“ Abend mit Judith und Arthur, für die die Reise bereits kurze Zeit später weiter geht. Auch unsere Woche in Buenos Aires neigt sich langsam dem Ende entgegen und so machen wir uns mit unseren gepackten Rucksäcken mit der Fähre auf zurück nach Uruguay…zurück zu Sprinti!

Buenos Aires ist wirklich eine tolle Stadt und auf jeden Fall eine Reise wert! Daher freuen wir uns umso mehr, dass wir schon in einigen Tagen wieder hier sein werden.

Warum, wieso, weshalb? Das erfahrt Ihr dann beim nächsten Mal! 🙂

Reiseberichte Paraguay

Paraguay und ein wenig Wellness für Sprinti (#080)

31. März 2024

– Zu Gast in Hohenau –

Nachdem wir Chile endgültig hinter uns gelassen haben (s. dazu Artikel „Eine neue Windschutzscheibe und der lange Weg eines Stoßdämpfers #079“), sind die nächsten Tage absolute Fahrtage, in denen wir Argentinien fast komplett durchqueren. Je weiter wir dabei Richtung Osten kommen, desto grüner wird die Landschaft und umso feuchter wird auch das Klima. Die Gegend ist nun geprägt von Holzwirtschaft und industriellem Ackerbau und so fahren wir z.B. stundenlang durch Mais- und Teefelder. Es wird wärmer und die schwüle feuchte Luft treibt uns so manche Schweißperle auf die Stirn. Unsere Tage sind also geprägt von frühem Aufstehen, stundenlangem Fahren und auch davon, jeden Abend auf einem anderen Stellplatz zu übernachten. Einige davon sind tatsächlich so schön, dass wir glatt länger bleiben könnten.

Doch warum die ganze Fahrerei überhaupt? Uns bleiben noch rund 6 Wochen auf dieser Reise…6 Wochen, die es mit schönen Dingen zu füllen gilt ohne dass es neben all dem, was es zu organisieren gibt, in totalen Stress ausartet. Noch immer sind wir auf der Suche nach Container-Buddys, mit denen wir uns für Sprintis Rückverschiffung den Container teilen können. Dafür sind wir unter anderem in sämtlichen Traveler-Gruppen bei Social Media vertreten. Dort werden wir eines Tages auch von Melina und David angeschrieben, die mit zwei Motorrädern unterwegs sind und die wir, wie der Zufall es so will, auch schon in Panama und in Kolumbien getroffen haben. Zwei Motorräder würden Sprinti im Container natürlich super ergänzen, weil all zu viel Platz ist ja nicht mehr übrig. Jetzt heißt es also Daumen drücken, dass das was wird!

Bevor wir also die letzten Wochen in den „Chill-Modus“ übergehen (falls das überhaupt was wird?!), gibt es noch einiges zu entdecken und auch Sprintis „Wellness-Programm“ geht in die nächste Runde. Und wo soll all das passieren? In Paraguay!

Und so verlassen wir nach einigen Fahrtagen nun auch Argentinien…aber so viel sei gesagt: „Wir kommen wieder…und zwar noch auf dieser Reise!“ Der Grenzübergang nach Paraguay verläuft recht reibungslos und unkompliziert, wenn auch gleich die Vorgehensweise noch ein wenig „ursprünglicher“ zu sein scheint. Computer sind weit und breit nicht in Sicht und so werden die Menschen, die die Grenze übertreten (so wie wir), handschriftlich in Listen eingetragen, während der Grenzbeamte erstmal hektisch den Schreibtisch frei macht und eine Sahnetorte (die bei diesen Temperaturen wahrscheinlich eh nicht lange hält) zur Seite räumt. Aber man lässt uns und Sprinti ohne weiteres ins Land…sehr schön!

Paraguay ist einer von lediglich zwei Binnenstaaten (kein direkter Zugang zum Meer) in ganz Amerika und wird von Argentinien, Bolivien und Brasilien umschlossen. Mit einem Staatsgebiet von knapp 407.000 km² ist das Land ungefähr so groß wie Deutschland und die Schweiz zusammen, hat dabei aber lediglich 6,7 Mio. Einwohner, wo von 7% der Bevölkerung sogar Einwanderer deutscher Herkunft sind. Wir befinden uns hier mittlerweile wieder im tropischen und subtropischen Klima und die oft dschungelartige Landschaft und rote Erde erinnert uns tatsächlich an Costa Rica. Zur einheimischen Tierwelt gehören hier auch wieder verschiedene Affenarten, Jaguare, Pumas, Ameisenbären, Tapire, Gürteltiere, Wasserschweine, Ozelote sowie Kaimane, Anakondas und andere Schlangenarten. Da schaut man schon zweimal, wo man hintritt! Zu den zahlreichen Fischarten Paraguays gehören sowohl die Lungenfische, die sich während der Trockenzeit im Schlamm eingraben, als auch Piranhas. Es gibt zudem über 700 Vogelarten, darunter Tukane, Kolibris, und verschiedene Sittiche und Papageien sowie die größten Vögel des Landes, Nandus, die wir aus der Ferne zu Gesicht bekommen. Zu dem Schutz all dieser Tiere wurden in Paraguay zahlreiche Nationalparks gegründet.

Es ist Sonntag und so führt uns unsere Weg zu einem Wassersport-Verein direkt am Fluss Paraná, der Argentinien und Paraguay trennt. Hier dürfen wir mit Sprinti direkt am Wasser stehen und auch die Einheimischen nutzen gerade am Wochenende dieses Naherholungsgebiet. Es wird mit Booten oder Jetskis über den Fluss geheizt, es wird gelacht und sich gesonnt…und natürlich…es wird mal wieder gegrillt! So genießen auch wir dieses Plätzchen und springen in den 3200 Kilometer langen Fluss, der gar nicht mal so wenig Strömung hat, uns aber bei rund 38 Grad die nötige Abkühlung verleiht. Kaimane und Piranhas kommen uns zum Glück dabei nicht in die Quere!

Am nächsten Tag geht es schon früh für uns weiter. Wir fahren in das nahegelegene Hohenau, eine Stadt, die viele deutsche Auswanderer ihr Zuhause nennen. Viele Einwohner haben deutsche Vorfahren und einige sind auch der deutschen Sprache noch mächtig. Auf unserem Weg durch die Stadt begegnen uns auf jeden Fall unzählige Namen deutschen Ursprungs, was uns manchmal hier in Südamerika durchaus schmunzeln lässt. Hohenau wurde am 14. März 1900 von Guillermo Closs, Carlos Reverchon und den Brüdern Ambrosio und Esteban Scholler mit der Hilfe von deutschen Kolonisten gegründet. Der deutschstämmige Guillermo (dt. Wilhelm) Closs wurde am 31. Oktober 1841 in Baumschneis (Brasilien) geboren. Im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul gründete er einen Ort namens Serra Pelada. Später beschloss er, nach Paraguay zu ziehen, wo er Carlos Reverchon traf. Zusammen entwarfen sie einen Plan für die Besiedlung durch deutsche Einwanderer.

Wir erfahren, dass auch gerade zur Corona-Zeit erneut viele Deutsche hierher ausgewandert sind, die mit der ein oder anderen politischen Entscheidung in Deutschland nicht einverstanden waren. Allerdings sind auch knapp 80% davon mittlerweile wieder zurückgekehrt, weil sie sich entweder das Leben in Paraguay einfacher vorgestellt oder die Vorzüge Deutschlands dann doch zu schätzen gelernt haben.

In Hohenau führt uns unser Weg als erstes zu einer „Autowaschanlage“, denn Sprinti hat heute noch einen Termin. Von anderen Reisenden haben wir von Elvio erfahren, der hier eine Werkstatt (Benedix – Welding and Painting) für Beulenbeseitigung und Lackarbeiten hat…und das Ganze auch noch zu einem sehr guten Preis. Um also zu erkennen, an welchen Stellen Sprinti ein wenig „Liebe“ benötigt, ist nun erstmal eine Wäsche dran. Die Löhne sind hier in Paraguay tatsächlich sehr niedrig und so kostet uns die gesamte Autowäsche, bei der zwei Mitarbeiter über eine halbe Stunde an Sprinti schrubben umgerechnet 6,25 EUR (inklusive Trinkgeld).

Dann geht es zu Elvio in die Werkstatt…und wir sind nicht die Einzigen, die seine Hilfe in Anspruch nehmen wollen! So treffen wir mit schoebisontheroad, roadfuxx und bisbald.ch dort tatsächlich alte Reisebekannte wieder, denen wir zum Teil schon in Mexiko, Pananma, Ushuaia und an vielen anderen Orten auf dieser Reise über den Weg gelaufen sind…ja, so klein ist mal wieder die Reisewelt! Alle sind fleißig am Werkeln, denn bei einigen stehen ebenfalls die Verschiffungstermine kurz bevor…egal ob nach Deutschland oder weiter nach Afrika.

Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wie lange wird der ganze Prozess mit Sprinti in der Werkstatt dauern und haben wir diese Zeit „übrig“? Elvio schaut sich den Wagen an. Sprinti hat hinten an den Hecktüren einige Beulen, die tatsächlich schon da waren, als wir ihn 2019 gekauft haben. Auf der Motorhaube hat zudem der ein oder andere Steinschlag seine Spuren hinterlassen. Um auf der Reise durch die Amerikas ein möglichst unscheinbares und nicht allzu attraktives Auto („sorry Sprinti!“) zu haben, hatten wir die Beulen damals nicht entfernt. Jetzt allerdings bietet sich das ja geradezu an und etwas Lackpflege hat Sprinti sich zudem absolut verdient. Also überlegen wir gemeinsam mit Elvio, was wie machbar ist…schließlich wollen wir ja nicht Teile des Innenausbaus entfernen müssen, um etwas auszubessern. Dann haben wir einen Plan: Die Hecktüren, die Motorhaube und ein paar winzige Roststellen im Lack (größere hat Sprinti zum Glück nicht) sollen behoben werden. Da wir aufgrund von schlechter Wetterprognose für die nächsten Tage ein wenig unter Zeitdruck stehen, bietet uns Elvio bei all der Arbeit, die er und seine Leute schon haben, tatsächlich an, noch heute bei Sprinti zu beginnen. Ok, alles klar! Also muss für uns schnell ein Plan her, denn wir können für circa 4 Tage nicht im Wagen übernachten. Kurzerhand fahren wir zu einem Hotel in unmittelbarer Nähe und buchen uns dort für die nächsten Tage ein Zimmer, dann fahren wir zum Supermarkt und decken uns mit Trinkwasser und ein paar Snacks ein. Anschließend ist Taschepacken und Autowegbringen angesagt. Und so finden wir uns ein paar Stunden später in einem Hotelzimmer wieder, von dem wir am Morgen noch gar nicht wussten, dass wir dort sein würden. Ja, also ohne Spontanität läuft auf so einer Reise gar nichts!

Und so sehen die kommenden Tage ein wenig anders aus als sonst. Täglich legen wir einen kleinen Spaziergang zur Werkstatt ein und schauen uns Sprintis Fortschritt an. So manches Mal werden wir dabei von einem tropsichen Regenschauer erwischt, der uns in Sekundenschnelle nasswerden lässt bis auf die Haut…immer mit dem Gedanken im Kopf, dass Sprinti jetzt hoffentlich trocken in der Halle steht und nicht nass davor.

Leider erfahren wir in diesen Tagen auch, dass Melina und David ihre Motorräder nun doch mit dem Flugzeug nach Hause schicken werden und so geht unsere Suche nach einem Container-Buddy weiter. Ein wenig Zeit bleibt uns ja noch!

Da wir uns hier im Hotel nicht selbst verpflegen können, ist auswärts essen angesagt…was gar nicht so einfach ist, denn ähnlich wie in Chile und Argentinien essen die Menschen hier erst gegen 21 Uhr und so öffnen auch die Restaurants recht spät, was nicht so ganz mit unserem Rhytmus zusammenpasst. Auf unserem Weg zur Werkstatt kommen wir immer an einem Döner-Restaurant eines deutschen Auswanderers vorbei und statten ihm an einem Abend auch einen Besuch ab. Nach knapp zwei Jahren auf Reisen, in denen man dieses Gericht, in den von uns bereisten Ländern, absolut nicht kannte, lassen wir uns den Döner besonders gut schmecken!

Nach vier Tagen des Ausbeulens, Spachtelns,Schleifens, Lackierens und Trocknens ist Sprinti fertig! Elvio und sein Team haben wirklich super Arbeit geleistet! Wir sind startklar zur Abfahrt…yippieh! Weiter geht’s!

Und so verlassen wir Hohenau und machen uns auf in den Norden Paraguays.

Da das Land gar nicht mal so groß ist, erreichen wir tatsächlich noch am selben Tag die Grenze nach Brasilien.

Und welche Kuriositäten uns dort erwarten, erfahrt Ihr beim nächsten Mal…! 🙂

Wir senden Euch liebe Ostergrüße aus der Ferne!

Reiseberichte Argentinien Chile

Von Alaska bis Feuerland…wir haben es geschafft! (#074)

21. Januar 2024

– Am Ende des Jahres am Ende der Welt –

Es ist der 22. Dezember 2023 als wir die chilenische Stadt Punta Arenas erreichen. Zum Jahresende sind wir mit anderen Reisenden, die im Laufe dieses Abenteuers zu Freunden geworden sind, in Ushuaia verabredet. Ushuaia ist tatsächlich die südlichste Stadt der Welt und somit auch das Ende „unserer“ Panamericana. Momentan liegen noch rund 630 Kilometer, ein Grenzübergang und eine Fährübersetzung zwischen uns und Ushuaia.

Aber eins nach dem Anderen…

In Punta Arenas gibt es so vor Weihnachten noch einiges zu erledigen. So bringen wir unsere Wäsche in den Waschsalon und hoffen, dass wir sie rechtzeitig, vollzählig und nicht zu klein oder kaputt (die Waschmaschinen und Trockner sind hier so eine Sache) wiederbekommen. Dann heißt es für die Weihnachtstage einzukaufen und natürlich sind wir da nicht die Einzigen mit diesem Vorhaben. Danach geht es für uns in einen Baumarkt, weil unsere Freunde kurz vor Ushuaia liegengeblieben sind und es vermutlich nur an einer kleinen Schraube liegt. Anschließend erreichen wir einen Campingplatz, der wie so oft in diesem Jahr eigentlich eher einem Garten eines Privathauses gleicht. Bei diesem Exemplar darf man die Dusche in einem der Hostelzimmer benutzen, da gerade allerdings alle Zimmer belegt sind, heißt das für uns keine Dusche…was wir allerdings erst am nächsten Morgen erfahren.

Es ist der 23. Dezember 2023 und unser „Duschproblem“ (was nicht wirklich eines ist, weil wir zur Not auch immer noch im Wagen duschen können) lösen wir, indem wir spontan die Nasszellen einer kleinen und etwas in die Jahre gekommenden Trucker-Raststätte nutzen. Zwar klebt ordentlich der Schimmel an den Wänden, aber dafür ist die Dusche heiß, hat nur selten Temperaturschwankungen und der Wasserdruck stimmt dieses Mal auch. Da haben wir auf dieser Reise schon „schlimmer“ geduscht. Als nächstes wartet unsere Wäsche darauf von uns aus dem Salon abgeholt zu werden und das klappt zum Glück reibungslos. Sollten einige Kleidungsstücke zu eng sein, liegt das eventuell eher an den vor uns liegenden Weihnachtstagen als an dem zu heißen Trockner.

Bevor wir Punta Arenas verlassen, besuchen wir an diesem Tag noch das Museo Nao Victoria (Schiffsmuseum). Dort finden wir die originalgroßen Nachbauten von derzeit drei Schiffen, die zur Entdeckung der Region oder der Kolonisierung des Gebietes beigetragen oder die eine besondere patrimoniale oder historische Bedeutung für die Region Magallanes (Chile) haben. Wir befinden uns hier nämlich gerade an der Magellanstraße. Aber was ist das überhaupt?

Quelle: Wikimedia NordNordWest

Die Magellanstraße ist eine Meerenge mit zahlreichen Inseln und Seitenarmen zwischen dem südamerikanischen Festland und südlichen Inseln, vornehmlich der Insel Feuerland. Sie verbindet nördlich der Südspitze Südamerikas den Atlantischen mit dem Pazifischen Ozean. Der Portugiese Ferdinand Magellan, der 1519 im Dienste der spanischen Krone als Kommandant einer Schiffsflotte zu einer Ostasien-Expedition aufgebrochen war, fand 1520 diese Durchfahrt. Ein schwerer, mehr als einen Tag anhaltender Sturm trieb zwei seiner Schiffe in eine Bucht, die sich schließlich als Durchfahrt vom Atlantischen zum Pazifischen Ozean erwies. Waren zuvor noch viele Schiffe auf der Kap Hoorn Route aufgrund der stürmischen See auf der Drake Passage gesunken, konnte von jetzt an die wesentlich kürzere und geschütztere Route über die Magellanstraße genommen werden. Ihre größte Bedeutung hatte die Magellanstraße vor dem Bau des Panamakanals, aber auch heute noch wird sie von vielen Schiffen befahren.

In dem Museum finden wir den Nachbau der Nao Victoria. Die Nao Victoria war ein 27 Meter langes und 7 Meter breites Schiff. Sie war Teil der von Magellan befehligten Flotte, die den nach ihrem Kommandanten benannten Seeweg durch den amerikanischen Kontinent entdeckte, und sie war zudem das einzige seiner fünf Schiffe, das die erste Weltumseglung vollendete. Des weiteren gehörte sie zu den ersten Schiffen, die die Region (Patagonien, Cabo Vírgenes, die Magellanstraße, Feuerland und der Pazifische Ozean) im Jahr 1520 erforschte und hatte dadurch auch Anteil an der Entdeckung Chiles. Die Nao Victoria ist daher eins der berühmtesten Schiffe in der Weltgeschichte der Seefahrt.

Als zweites Schiff finden wir die HMS Beagle vor. Die HMS Beagle war eine Brigg der Britischen Marine. Nach mehreren Missionen in England am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde sie zum Forschungsschiff umgerüstet. Von ihren drei Reisen war die berühmteste die zweite, auf der sie sich unter dem Kommando von Kapitän Fitz Roy und mit dem jungen Charles Darwin an Bord fast drei Jahre in der Region aufhielt.

Auch ein etwas kleineres Schiff ist mit von der Partie…der Ancud. Der „Schoner Ancud“ war das Schiff, das auf Befehl des chilenischen Präsidenten Manuel Bulnes Prieto im Jahr 1843 zur Inbesitznahme der Magellanstraße für Chile beitrug. Wenn man sich dieses kleine Schiff im Gefecht auf diesem großen Gewässer und unter diesen klimatischen Bedingungen vorstellt, dann war das sicherlich kein „Zuckerschlecken“.

Dann ist es an der Zeit Punta Arenas zu verlassen, denn vor Weihnachten wollen wir ja schließlich noch an den Stellplatz gelangen, den wir uns herausgesucht haben. Und wo ist dieser Stellplatz? Genau…direkt an der Magellanstraße! Das muss hier ja auch einfach sein! Was zusätzlich heute noch sein muss, ist ein weiterer kleiner Abstecher…und zwar zum südlichsten Punkt des amerikanischen Kontinents, den man mit dem Auto befahren kann ohne mit einer Fähre überzusetzen. Das Wetter lässt mit Schneeregen zwar zu wünschen übrig (wir haben hier Sommer wohlbemerkt), aber da sind wir nun am Ende dieser besagten Straße…und wir sind nicht die Ersten, wie man an dutzenden Touristen-Aufklebern unschwer erkennen kann. Und auch ein anderer Zeitgenosse schaut vorbei…

Jetzt heißt es unseren Stellplatz für die Feiertage zu finden. Zum Glück ist dieser nicht weit, liegt er doch genau an dieser besagten Schotterstraße. Zwischen Wald und Magellanstraße befinden sich immer wieder kleine Ausbuchtungen an denen man frei und allein stehen kann. Schnell werden wir fündig und erwischen einen für uns perfekten Platz. Wir stehen windgeschützt in der Natur mit Blick auf das Meer…nun kann Weihnachten kommen!

Während wir die letzten Weihnachtsfeiertage noch in kurzen Hosen im warmen Mexiko verbracht haben, so machen wir es uns nun ganz nach „Kanada-Manier“ bei 8 Grad und Regen in Sprinti gemütlich. Wir kochen uns leckeres Essen, genießen bei Kerzenschein einen köstlichen Rotwein aus der Gegend, telefonieren mit unseren Familien zu Hause und schauen tatsächlich mal Weihnachtsfilme. Sehr gemütlich, sage ich Euch!

Und am zweiten Weihnachtstag präsentiert sich die Magellanstraße in ihrer schönsten Pracht…das Wasser glitzert im Sonnenschein, der Himmel ist blau und Delfine schwimmen umher. Was will man mehr?!

Am 27. Dezember ist es für uns an der Zeit diesen schönen Platz zu verlassen, denn noch haben wir das Ziel unserer Reise nicht erreicht. Morgen sind wir mit Freunden in Ushuaia verabredet und das heißt, es liegen noch 700 Kilometer, eine Fährüberfahrt und ein Grenzübergang vor uns. Also los geht’s! Zuerst legen wir nochmal einen Zwischenstopp in Punta Arenas und statten „unserer“ Trucker-Raststätte einen erneuten Besuch ab.